Johannesburg: die ersten Tage

Johannesburg: die ersten Tage

Nun sind wir ja schon ein paar Tage in Johannesburg (auch Jo’burg oder Jozi) und konnten ein paar erste Eindrücke sammeln: nachdem wir am ANkunftstag ja schon mit Freuden festgestellt hatten, dass man sich in unserem Viertel auch zumindest ein wenig zu Fuß bewegen kann, haben wir am Folgetag uns einfach ein wenig ausgeruht, den Garten genossen und natürlich am Blogeintrag gefeilt 😉 Wir haben noch ein paar mehr Infos über die Stadt (nochmals die Beteuerung, dass es an den meisten Orten, wo man sich aufhält schon ziemlich sicher ist) und über das Krankenhaus (ausgewählte Geschichten) erhalten und unsere Mitbewohner ein wenig besser kennen gelernt.

Nachdem der Freitag also noch relativ ruhig war, war dann am Samstag umso mehr los: das Rugby-World Cup Finale in Japan stand an: Südafrika gegen England: Colony gegen Coloniser. Los gehen sollte das Spiel wegen der Zeitverschiebung bereits um 11 Uhr vormittags. Wir wurden von Jonathan (unserem südafrikanischen Mitbewohner) netterweise eingeladen, das Spiel zusammen zugucken. Gerade weil wir initial nicht so ganz verstanden hatten, wo und mit wem wir das gucken würden, waren wir umso mehr positiv überrascht, als es in ein schönes Restaurant/Tapas Bar ging, in dem ein Freund, der gleichzeitig Bruder des Restaurant-Besitzers ist, einen Tisch reserviert hatte. Wir saßen also mit einer bunt gemischten Truppe Südafrikaner von jung bis alt (inklusive unserer australischen Mitbewohnerin, die direkt von einem Nachtdienst kam: Respekt!) am Tisch, unterhielten uns nett, haben das Spiel geschaut und nebenbei auch noch gut gegessen (wir wurden auch direkt mal eingeladen). Zum Essen hier muss man sagen, dass das Nationalgericht im Grunde genommen Fleisch ist 😀 Für uns natürlich optimal 😀 Aber uns war im Vorfeld schon relativ klar, dass wir für unsere Zeit hier, wohl doch das ein oder andere Stück Fleisch essen würden: es schmeckt sehr gut, ist verhältnismäßig günstig (Rugby Special im Restaurant: 1 kg Ribs für umgerechnet 5-6€) und einfach sehr beliebt. Zurück zum Sport: nachdem wir den Großteil der Regeln kannten, war das Spiel auch recht spannend und Südafrika dominierte zur Freude des Publikums mehr und mehr. Nach ein paar grandiosen Spielzügen standen die Springboks dann auch als Sieger fest: 12:32 der Endstand. Alle waren aus dem Häusschen, was man sowohl drinnen als auch draußen zu spüren bekam. Eine tolle Atmosphäre! Wir wurden im Anschluss direkt zum nächsten Sportereignis eingeladen: Fußball (Premiere League) in einer Sportsbar schauen. Nachdem wir einen kurzen Zwischenstopp zu Hause eingelegt hatten, sprach für uns nichts dagegen, da wir auch nichts weiter zu tun hatten (außer uns ein wenig auf die Arbeit vorzubereiten natürlich). Also nix wie hin. Als wir auf das GElände fuhren, staunten wir nicht schlecht: eine riesige Bar, die vor allem für Motorsport (überall „Deko-sprich Motorräder-„ und auch eine eigene Werkstatt) sowie Liverpool Fans war. Da die meisten Besucher der Bar dort scheinbar schon das Rugby Spiel verfolgt hatten, war der Pegel einigermaßen hoch und der ein oder andere kam einem nur torkelnd entgegen. Nach ein paar netten Gesprächen mit all möglichen Leuten (z.B. Ingenieur aus ENgland, Besitzer mehrer Barber Shops aus Algerien, die beide vor Jahren nach Johannesburg ausgewandert sind und hier ein wirklich gutes Leben zu führen scheinen) und einem Sieg für Liverpool ging es dann wieder zurück. Bevor es ins Bett ging, haben wir dann noch den neuen Deutschen in der Runde begrüß, der am Abend in Johannesburg angekommen ist. Zwischendurch haben wir mit Alan noch über diverse Ausflugziele philosophiert und festgestellt, dass der geplante Trip in den Nationalpark wahrscheinlich verschoben werden muss (mglw. auf Weihnachten).

Am Sonntag stand dann Geburtstag Nummer zwei in Südafrika an 🙂 Los ging es mit einem Frühstück im Garten (bei bereits ca. 25 Grad und strahlendem Sonnenschein: so gutes Geburtstagswetter gab es glaub ich noch nie :D), gefolgt von einem Ausflug zum Fourways Farmers Market: einer netten kleinen Außenanlage mit ganz viel Essen, Getränken, Handwerkserzeugnissen und Live Musik. Nicht unbedingt viel günstiger als ein vergleichbarer ORt in Deutschland, aber trotzdem ganz nett 🙂 Geparkt haben wir gegenüber in einem „Casino“. Casino trifft es wohl aber nicht ganz: es war mehr ein riesiges Indoor italienisches Dorf mit Restaurants, kleinen Läden, Kino und eben einem Casino. Krasses Teil! Danach ging es dann zurück in die Unterkunft, in der ein gemeinsamen Abendessen mit allen Hausbewohnern anstand, zu dem jeder etwas beigetragen hat. ZU dem Essen ist auch noch Jonathans SChwester dazu gestoßen, sodass wir dann eine nette multikulturelle Runde von 8 Leuten waren und einen schönen Abend hatten.

Heute war es dann also soweit und wir drei Deutschen machten uns auf den Weg zur Uni hier in Johannesburg, um die ganzen Orga-Dinge zu klären. Am ersten Stopp trafen wir dann auch noch zwei weitere deutsche PJler aus Lübeck, die auch die nächsten 8 Wochen mit uns hier sein werden. Nach dem Bezahlen der Studiengebühren ging es dann weiter zum Student ID abholen und unsere Scrubs (=Arbeitskleidung) abholen. Das alles hat schon den ganzen Vormittag gedauert und nach einer kurzen Stärkung ging es dann in das einstündig entfernte Pretoria. Denn dort in der Hauptstadt muss man sich nochmals bei der nationalen Gesundheitsbehörde registrieren (und natürlich Gebühren bezahlen). AUch das dauert so seine liebe Zeit (wir waren mit 2 Stunden schon ganz gut dabei). Und nach etwas bangen (mein von der Uni Köln ausgefülltes Formular hatte Tipex drauf = potenziell großes Problem) gab es dann doch die ersehnten Zertifikate (auf dem ich einfach mal die holländische Nationalität angenommen habe) und wir konnten uns nun etwas befreiter wieder auf den Weg nach Hause machen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Julian hier ein exzellenter Fahrer ist und uns bestens bisher von A nach B gebracht hat 🙂

Nachdem wir eben noch ein paar Last Minute Infos für unseren morgigen Start erhalten haben, schauen wir uns die gerade noch an und gehen demnächst auch schlafen, da wir morgen schon spätestens gegen 5:30 Uhr aufstehen sollten, um rechtzeitig in der KLinik zu sein. Daher ist gerade auch keine Zeit mehr, Fotos hochzuladen, wird die Tage nach geholt. Schaut also immer wieder mal vorbei 🙂


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