Erster Stop: Kapstadt, zweiter Stop Jo‘burg

Erster Stop: Kapstadt, zweiter Stop Jo‘burg

Bevor es also nun mit dem Arbeiten in Johannesburg losgeht, haben wir 4 Tage in Kapstadt verbracht, da wir im Vorfeld nicht wussten, ob wir während des Arbeitens Zeit dafür haben würden. Und ein Aufenthalt in Südafrika ist einfach nicht komplett, wenn man nicht wenigstens einmal in Kapstadt gewesen ist!

Nachdem wir also gelandet waren, problemlos eingereist waren und mobiles Internet erworben hatten, sind wir mit Uber (neben Bussen, einfachstes, schnellstes und preislich-leistungsmäßig bestes Fortbewegungsmittel) erstmal samt Gepäck an die V&A Waterfront (Shopping und Freizeitkomplex am Hafen) gefahren, um uns dort auf dem Food Market (bei wirklich guter Live Musik) etwas zu essen zu besorgen (lecker Falafel Wrap) und darauf zu warten, dass wir in unsere Unterkunft können. Das ist tatsächlich einer der Nachteile an AirBnB: wenn man wie wir zb früh am Urlaubsort eintrifft, kann man sein Gepäck nicht abgeben und die Stadt erkunden, bis das Zimmer frei ist. Dafür ist es aber meist deutlich bezahlbarer. Na ja, für uns hat es eigentlich dann doch ganz gut gepasst, sodass wir nach dem Essen in die Unterkunft fahren konnten.

Gepäck abgeladen. Jetzt sollte es eigentlich mit dem Stadt erkunden losgehen. Ist aber etwas schwierig, wenn es in Strömen regnet! Ja, kaum zu fassen: in Kapstadt, wo gefühlt immer die Sonne scheint, werden wir einfach mal mit typisch norddeutschem Wetter begrüßt 😀 Da wir nach dem langen Flug aber nicht den Rest des Tages auch noch drinnen hocken wollten, haben wir uns in einer Regenpause nach draußen gewagt und ein wenig die Innenstadt und das muslimische Viertel Bo-Kaap (das mit den bunten Häusern) erkundet. Auch bei dem schlechten Wetter sind vereinzelt Touristen Gruppen unterwegs gewesen, sodass man nicht ganz allein unterwegs war. Als es dann wieder zu regnen begann, haben wir uns bei einer heißen Chilli-Schokolade (Mexican Hot Chocolate) aufgewärmt. Da man bei dem Dauerregen sich eigentlich nur drinnen aufhalten konnte, ging es nach einem kurzen Zwischenstopp in der Unterkunft zum Abendessen. Das war wirklich ein klasse Laden, der auch gleichzeitig eine Bar war, sodass die Stimmung echt gut war. Da wir keine Reservierung hatten, hätten wir eine Weile auf einen Tisch warten müssen, wenn nicht ein nettes südafrikanisches Paar uns mit an ihrem Tisch hätten sitzen lassen. Neben einem tollen Essen, sind wir so also auch ins Gespräch gekommen. Die beiden leben (noch) in Durban und wandern demnächst nach Großbritannien aus, da die ganze Familie wohl inzwischen dort lebt. So haben wir auf jeden Fall noch ein paar Tipps für Kapstadt bekommen 🙂

Da wir nun ein bisschen mehr von der Stadt sehen wollten, als wir fußläufig erreichen können, haben wir uns ein Ticket für die roten Hop On Hop Off Busse besorgt. Es war immer noch ziemlich kalt, aber immerhin (erstmal) trocken. Wir haben uns erstmal die „kleine“ Runde rausgesucht, die auch den Tafelberg anfährt und dann weiter die Westküste über Camps Bay und Sea Point hinauf. In Sea Point sind wir dann ausgestiegen und die Küste bis zur V&A Waterfront hochgelaufen. Der Vibe an der Küste ist schon nen ganz anderer als mitten in der City: zum Teil sehr schicke Häuser, insgesamt etwas wohlhabender und natürlich ein tolle Blick auf die Küste. Da uns der Food Market am Vortag echt gut gefallen hatte, sind wir dort wieder eingekehrt. Und wen sehen wir da?? Xavier Naidoo! Ganz allein und scheinbar unerkannt hat er dort auch seinen Lunch gegessen 😀 Nach dieser aufregenden Sichtung, haben wir uns zu einem nächsten Highlight Südafrikas aufgemacht: Besuch eines Weingutes. Wir fuhren also wieder mit dem Hop On Hop Off Bus (diesmal die große Runde, vorbei an den Kirstenbosch Gardens) zum Ausgangspunkt der Weinroute. Von dort sind wir dann mit Uber zum Weingut Buitenverwachting gefahren. Da die Adresse, die Google angezeigt hat, zum Eingang des Weingutes gehörte und nicht zum Eigentlichen Gut, waren wir leicht verdutzt, als wir am „Zielort“ ankamen. Der Uber Fahrer auch 😀 Aber dadurch konnten wir entlang der Weinberge noch ein paar Schritte laufen, um zum Weingut zu gelangen. Da hier auch keine Touristenscharen hingekarrt werden und das Wetter auch sehr wechselhaft war, waren nur ein paar Besucher vor Ort und wir konnten problemlos ein Weintasting machen. Wäre es etwas wärmer gewesen, hätten wir uns auch nach draußen gesetzt und schön im Grünen verweilt. Da es aber etwas frisch war, haben wir uns aber dann doch für den wärmeren und sehr stilvollen und gemütlichen Tasting-Raum entschieden. Unterbrochen wurden wir zwischendurch von einem Jungen, der uns sehr begeistert sein Spielauto gezeigt hat und munter mit uns geplaudert hat. Er musste dann irgendwann von seiner Oma eingesammelt werden 😀 3 Weiß- und 2 Rotwein Probiergläser später, hatten wir uns dann für den Kauf von zweien entschieden und traten so langsam den Rückweg an, da auch schon längst Feierabend war. Weil es so schön war, sind wir den Weg durch das Weingut zurück gelaufen und haben uns dann wieder ein Uber gerufen. Kurz bevor das Auto da war, hat es angefangen in Strömen zu regnen. Das Auto hätte nicht viel später kommen dürfen! So war immerhin ein schöner Regenbogen zu sehen. Abends ging es dann zum Essen ins FORK-Restaurant, in dem es Tapas jeglicher Geschmacksrichtung gab. Das hat wirklich klasse geschmeckt!   

Am Dienstag war endlich Sonne angesagt. (Am Vortag hatten wir uns natürlich trotzDem einen Sonnenbrand eingefangen) Deshalb machten wir uns auf in die Kirstenbosch Gardens, ein wunderschöner großer Botanischer Garten direkt am Tafelberg. Hier kann man viel Zeit verbringen und einfach die atemberaubende Natur bewundern. Von hier kann man auch zum Tafelberg hochwandern. Da es zwischendurch aber doch recht frisch war, vor allem in der Nebensaison immer mehr von Überfällen beim hochwandern berichtet wird (ab Dezember, wenn noch mehr Touristen auf den Routen unterwegs sind, wird es sicherer) und wir ja auch nicht allzu viel Zeit hatten, sind wir wieder in den Bus eingestiegen und über Hout Bay wieder nach Camps Bay gefahren. Nach einem Lunch mit Blick aufs Wasser ging es dann zur Lower Cable Car Station. Eine Stunde Wartezeit später wurden wir dann mit einem einzigartigen Blick über Kapstadt belohnt. Auf dem 1085m Hohen Tafelberg war der Temperaturunterschied dann schon spürbar (ca. 10 Grad dort oben). Man könnte auch dort wieder ewig durch die Gegend wandern und in alle Richtungen hat man atemberaubende Ausblicke. Die Wartezeit zum Runterfahren wurde dann nochmal ne Ecke frischer, da die Sonne langsam unterging und die Kälte nun gut zu spüren war. Umso faszinierender wie unterschiedlich die Leute gekleidet waren: von Winterjacke und Wanderstiefel bis zu kurzer Hose und T-Shirt war alles dabei. Die lange Wartezeit hat sich aber in sofern gelohnt, als das man bei der Fahrt nach unten nun den Ausblick im Dunkeln noch einmal bewundern konnte. Einfach wow. Abends gabs dann Thai und dann ging es auch nicht allzu spät ins Bett, weil wir für den nächsten Morgen ein Auto gebucht hatten, um zum Kap der Guten Hoffnung zu fahren: ein Geburtstagstrip 🙂

Am Mittwoch, den 30.10. war es dann soweit: Julian hat Geburtstag 😀 Es ging mit Auto zum Kap der guten Hoffnung, dem südwestlichsten Punkt Afrikas. Und zur Feier des Tages durfte Julian fahren 😀 Auf dem Weg zum Kap, haben wir noch in Muizenberg angehalten: ein extrem langer Sandstrand, wo die Surf-Community der Region ansässig ist. Die Kulisse ist auch einzigartig: Meer und Strand im Vordergrund, Berge im Hintergrund. Wäre hier nicht (relativ selten) mal ein Hai und wäre es nicht so kalt gewesen, hätte man vll auch mal seine Künste testen können 😉 In Muizenberg stehen übrigens auch die bunten Strandhäuschen, die man von Fotos kennt. Auf dem Weg dorthin sind wir wohl durch eine eher weniger betuchte Gegend gefahren. Es waren einfach unglaublich viele Menschen draußen, die an der Straße saßen oder kreuz und quer drüber gelaufen sind und scheinbar nichts zu tun hatten. Es ist irgendwie immer etwas ungewohnt, wenn man Situationen sieht, die man nicht kennt und nicht einschätzen kann. Aber war alles problemlos und nach unserem Stopp in Muizenberg ging es dann entlang der wunderschönen Küste die Kap Halbinsel entlang über Boulders Beach (Pinguin Kolonie) direkt ans Kap. Das haben wir dann auf diversen Wegen erkundet und sind fleißig umhergewandert. Wirklich schön da! Und unglaublich viele Wanderungen möglich, für die man mehrere Tage bräuchte. Natürlich überall Touristen, aber wahrscheinlich noch sehr harmlos im Vergleich zur Zeit um Weihnachten! Ausgepowert, aber voller schönen Eindrücke ging es dann zurück nach Kapstadt. Da mussten wir uns dann auch fast etwas beeilen, um das Auto noch rechtzeitig abzugeben, bevor die Vermietung schließt. Für Julians Geburtstagsdinner hatten wir uns dann einen Taco Laden in der Nähe der Kloof Street rausgesucht. Das Essen kam nicht ganz an das der beiden Vorabende heran, war aber ok. Dafür war die Location ganz cool und wo sonst, kann man ein „Naked Mexican“ (Bier) trinken!? 😀 So ging dann nun auch unser letzten Abend in Kapstadt zu Ende. Als wir abends für den Flug am nächsten Tag nach Johannesburg einchecken wollten, mussten wir dann erstmal feststellen, dass unser Flug (ohne Info an uns) gecancelt wurde. Aber wir wurden scheinbar direkt auf einen späteren Flug umgebucht, also alles gut 🙂 

Am nächsten Morgen haben wir dann noch den wahnsinnigen Blick auf den Tafelberg vom „The Company‘s Garden“ , der direkt vor unserer Unterkunft war, genossen. Ab ging es zum Flughafen. FAZIT Kapstadt: eine unglaublich facettenreiche Großstadt (wie viele andere) mit aber atemberaubender Kulisse, super Essen und (meistens) gutem Wetter.

Nachdem wir unsere Koffer für den Flug aufgegeben hatten, gingen uns natürlich die ganze Zeit Gedanken über unseren folgenden Aufenthalt in Johannesburg durch den Kopf: von Aufregung, freudiger Erwartung bis hin zu leichter Panik (worauf haben wir uns denn jetzt eingelassen!?) war alles dabei 😀 Angekommen haben wir dann aber problemlos unseren Mietwagen bekommen (gefühlt nen kleiner Geländewagen) und haben uns zur Unterkunft aufgemacht. Wir sind zum größten Teil auf dem Freeway unterwegs gewesen: kein Problem. Und auch das Viertel, in dem wir wohnen ist vollkommen in Ordnung. Wir waren erstmal verwundert, dass es draußen einen kleinen Spielplatz gab, wo auch Kinder gespielt haben 😀 Wir wurden zunächst im Haus etwas rumgeführt: wir haben eins von 4 oder 5 Zimmern in dem Haus, dass Alan, einem südafrikanischen Arzt, Pastor und Ranger gehört, der dort auch selber wohnt. Ein wirklich netter Gastgeber, der auch sofort einen Termin mit uns ausgemacht hat, wann wir mit ihm auf Safari gehen sollen 🙂 Nach unserer Ankunft sind wir dann zum wenige 100m entfernten SPAR zum Einkaufen gelaufen (ja gelaufen, das kann man hier wirklich gefahrlos machen in dem Viertel). Es war ja auch Halloween und recht viele Kiddies und Families zum Trick or Treating unterwegs. Das war doch schonmal eine erste schöne Überraschung. Im Prinzip sollte man hier einfach bestimmte Gegenden meiden und gesunden Menschenverstand anwenden und dann ist es sehr sicher. Das Haus hat übrigens einen kleinen Garten mit Pool und FIschteich, große Sitzgelegenheit draußen und ein großes Wohnzimmer. Hier steht sogar ein Flügel im Büro, aber ich glaube, dafür sind unsere Klavierfähigkeiten zu schlecht 😀 Außer uns wohnen hier derzeit ein Südafrikaner, der sich scheinbar auch mit ums Haus kümmert, eine australische Medizinstudentin, ein griechischer Arzt (der aber die letzten 10 Jahre in Köln gelebt hat, was ein Zufall!) und natürlich Alan. Morgen kommt wohl noch ein deutscher und in zwei Wochen noch ein paar Norweger. Wir haben auch schon ein paar Infos zum Krankenhaus bekommen: scheinbar sind momentan nicht so viele Medizinstudenten da und da eigentlich in jeder Schicht einer sein soll, müssen wir mal schauen, ob wir überhaupt gleichzeitig arbeiten können. Aber eins nach dem anderen: die nächsten Tage noch ein wenig entspannen und vorbereiten, Montag müssen wir uns dann registrieren und Studiengebühren bezahlen und nach Pretoria fahren und Dienstag gehts dann wahrscheinlich los.

P.S. Die Bilder sind in einer Slideshow eingefügt, also einfach durchklicken/wischen. Es gibt mehr als eins 😉


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Eine Fahrt durch Kapstadt

Ein Gedanke zu „Erster Stop: Kapstadt, zweiter Stop Jo‘burg

  1. Hallo lieber Julian, liebe Geburtstagsglückwünsche nachträglich zu deinem Geburtstag. Wir wünschen dir viel Gesundheit, viel Glück und Erfolg in den kommenden Wochen und eine interessante Zeit in Südafrika.
    Liebe Grüße Kerstin und Axel

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